Der Lichthof ist ein architektonisches Element, das in Epochen ohne künstliche Beleuchtung unverzichtbar war, um tiefer gelegene Räume in Großgebäuden mit Tageslicht zu versorgen. Typisch für Gründerzeitbauten, Kaufhäuser und öffentliche Verwaltungsgebäude des 19. Jahrhunderts wurden Lichthöfe oft mehrgeschossig angelegt und mit Glasdächern überspannt. Heute erleben verglaste Lichthöfe eine Renaissance als klimatische Puffer- und Begegnungszonen. Im nachhaltigen Bauen dient der Lichthof gleichzeitig als thermischer Speicher und natürliches Belüftungselement nach dem Kaminprinzip. Prominente Beispiele wie das Reichstagsgebäude in Berlin oder verschiedene Museumsbauten zeigen, wie der Lichthof zur zentralen, identitätsstiftenden Raumfigur eines Gebäudes werden kann.